1997

Whippets zeigen Organisationstalent: Die Deutschen Schülermeisterschaften 1997

Nach einem weiteren Anstieg der Mitgliederzahl traten 1997, im Jahr des fünfjährigen Vereinsbestehens, gleich 6 Teams, d.h. doppelt so viele wie ein Jahr zuvor, für die Whippets an. Das neue Schülerteam schaffte es auf Anhieb in die Play-Offs, scheiterte hier jedoch knapp im Halbfinale an den Friedberg Braves. Als Ausrichter der Deutschen Schülermeisterschaft, die mit freundlicher Genehmigung der US-Streitkräfte am 20./21. September in der Darmstädter Lincoln Village stattfinden konnte, war man für diese automatisch qualifiziert.

Ein deutlicher Leistungsschub und nahezu unbändige Motivation ermöglichten einen hervorragenden dritten Platz. Nach Siegen über den bayerischen Meister Gröbenzell Blue Caps und den langjährigen, damals amtierenden, sich aber im Neuaufbau befindlichen Deutschen Schülermeister Mainz Athletics, unterlag man erst im Halbfinale deutlich dem späteren Deutschen Meister, der Spielgemeinschaft der Neu-Anspach Eagles und Bad Homburg Hornets. Neben den insgesamt auf einem sehr hohen Niveau ablaufenden Spielen konnte den angereisten Fans nicht zuletzt auch aufgrund der intensiven organisatorischen Arbeit unserer Mitglieder ein schönes Wochenende geboten werden.

Für diese Leistung wurden die Organisatoren mit dem "Best Fan" -Award ausgezeichnet. Die vielen neuen Spieler der Jugendmannschaft nutzen ihrerseits die Saison zum Lernen und zur Vorbereitung auf die Saison 1998. Die Junioren waren auch 1997 wieder das absolute Aushängeschild der Whippets. Einem tadellosen Auftritt beim Frühjahrscup folgte eine wundervolle Saison, die auf Großes hoffen ließ. Sämtliche Rekorde auf Landesebene wurden auf überwältigende Weise gebrochen. 15 Siegen in der regulären Saison stand keine einzige Niederlage gegenüber. 5 dieser Siege waren Shutouts, 12 Spiele wurden mit 10-Run-Rule gewonnen, der Team-Average lag bei .537 und mit 13 Homeruns hatte man mehr Power als alle anderen hessischen Teams zusammen bewiesen. Ein Club-Rekord mit 41 Runs in einem einzigen Spiel wurde aufgestellt und insgesamt standen 316 gemachten Runs lediglich 28 zugelassene Runs gegenüber. Trotz einer Niederlage gegen die Braves in den Play-Offs wurden die Friedberger als zweitbestes Teams mit 75 : 9 Runs outscored. Fünf der sechs besten Hitter waren Whippets und ausnahmslos alle Ehrungen der Hessischen Baseball Jugend gingen nach Darmstadt.

Die Stärke der Whippets: Teamgeist

Neben der unglaublichen Steigerung zum Vorjahr und dem für das kritische Juniorenalter mit wenigen Ausnahmen überdurchschnittlich idealistische, professionelle Verhalten, führte insbesondere der unzerreißbare Mannschaftszusammenhalt zu der Hoffnung, den großen Wurf von 1995 wiederholen zu können.

Insbesondere eine schwammige Turnierordnung und nicht exakte Auslegung der Zeitregelungen führte in Verbindung mit zu großer Siegesgewißheit und unglücklichen Fehlern in der Defense dazu, dass das nach der Meinung vieler Außenstehender beste Juniorenteam Deutschlands noch in der Vorrunde aus dem Rennen flog: gegen den späteren Deutschen Meister aus Mainz verlor man 5:6, wobei Christoph Englert keinen einzigen Earned Run zuließ. Gegen Regensburg spielte man 8:9. Die Besinnung auf die eigentlichen Motive des Baseballspielens, die Stärke des Teamgeistes und dieFähigkeit zurückzuschlagen, führten zur psychischen Regeneration und zur Gewißheit, dass es, wenn auch für manche nicht mehr im Juniorenbereich, viele weitere Chancen geben wird - das hat man bereits durch die Saison 1993 gelernt. Durch den Aufstieg der Landesligamannschaft in die Verbandsliga ist man dem Ziel Bundesliga erneut einen Schritt näher gekommen. Viele renommierte Vereine wurden beim deutlichen Durchmarsch überrollt, und insbesondere die Play-Offs zeigten glanzvolle Leistungen. Mit der besten Pitching-Rotation der Liga und dem besten Team-Batting, angeführt vom "Best Hitter" der Landesliga, Gerd Autenrieth, wurde das Team allen Erwartungen gerecht. Über die Vereinsgrenzen hinaus stellten die Whippets erneut die meisten Spieler der hessischen Auswahlteams. Die Nationalspieler Etienne Dutoit und Christoph Englert spielten im Sommer im italienischen Livorno um die Junioreneuropameisterschaft und belegten einen guten vierten Platz. Gegen Spanien gelangen Christoph drei perfekte Innings bei einer insgesamt sehr guten Leistung. Organisatorisch war man für das Jahr 1997 ungenügend vorbereitet, insbesondere im Schiedsrichterwesen kam es durch den starken Mitgliederzuwachs zu zuvor ungekannten Engpässen, denen man schnell Herr werden konnte und organisatorisch gut vorbereitet ins neue Jahr starten konnte.